Kennzeichnungen wie „Werbung“, „Anzeige“ oder Hinweise auf bezahlte Partnerschaften sollen Klarheit schaffen, sind aber oft unauffällig platziert. Gemeinsam prüfen wir Beschreibungstexte, Story‑Sticker, Videoinhalte und Kommentare. Kinder lernen, rhetorische Tricks zu erkennen, etwa „nur meine ehrliche Meinung“ trotz Rabattcode. Wir besprechen, wie Produktplatzierungen funktionieren, warum native Werbung so überzeugend wirkt, und entwickeln eine kleine Checkliste, die in wenigen Schritten für Transparenz sorgt, bevor Gefühle die Entscheidung übernehmen.
Regelmäßige Posts und direkte Ansprache erzeugen das Gefühl echter Beziehung, obwohl Interaktion einseitig bleibt. Wir benennen dieses Wir‑Gefühl, würdigen seine Wärme, und zeigen zugleich Grenzen. Kinder reflektieren, wie Sympathie Loyalität stärkt und Kritik erschwert. Ein Ritual – erst Inhalt, dann Kontext, dann Entscheidung – hilft, Begeisterung von Nutzen zu trennen. So behalten sie Herzensnähe und Urteilskraft, ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen, etwas kaufen oder teilen zu müssen.
Rabattcodes wirken wie Geschenke, sind jedoch oft Vertriebswerkzeuge, die Verkäufe messbar machen und Provisionen auslösen. Gemeinsam verfolgen wir den Weg vom Video über den Link bis zum Kauf und schätzen grob, wer welche Vorteile erhält. Kinder erkennen, dass Codes nicht automatisch Qualität bedeuten, sondern Kaufanreize. Mit einer einfachen Frage – „Würde ich das ohne Code wollen?“ – entsteht Distanz. So wird aus impulsiver Neugier eine bewusste Wahl mit klaren Kriterien.